Die Zukunft digitalisiert die Mobilität
Bettina
Bettina Lamprecht

Digitalisierung als Zukunftsfaktor in der Mobilität

Beitrag vom 4. Februar 2021

Frau Dipl. Ing. Zengerer ist Geschäftsführerin des steirischen Mobilitätsclusters ACstyria. Von ihr wollten wir wissen, wie sie die Entwicklung des Mobilitätssektors unter Einfluss der Digitalisierung sieht.

 

Was bedeutet Digitalisierung für Sie?

Digitalisierung an sich verstehe ich als das digitale Abbilden vormals analoger Prozesse – mit völlig neuen Möglichkeiten und Perspektiven mit den dadurch erhobenen Daten umzugehen. Das reicht vom Digital Twin in der Produktion und damit einhergehenden Analysemöglichkeiten bis zu völlig neuen Geschäftsmodellen.

Geschäftsführung AcStyria

Welche Bedeutung wird in Zukunft die Digitalisierung im Bereich der Mobilität einnehmen? Wie kann hier der Schienenverkehr ebenso profitieren?

Eine enorme Bedeutung. Die Mobilitätsindustrie befindet sich im Wandel. Die zunehmende Globalisierung und auch verstärkte Urbanisierung erfordert zusätzlich zu bestehenden Angeboten auch neue Services, die Verkehrssysteme zukunftsfit machen und bedarfsorientierte, transportmittelübergreifende Mobilität ermöglichen. Auch in der Produktion selbst steht uns ebenso wie bei der Predictive Maintenance eine kleine Revolution bevor.

 

Wie werden Informations- und Kommunikationstechnologien die Sicherheit im Verkehr beeinflussen können?

Sicherheit ist gerade im Verkehr ein sehr wichtiges Thema – hier ist von einer signifikanten Steigerung auszugehen. Das autonome Fahrzeug mit intelligenten Sensoren wird ganz einfach nicht müde oder lässt sich ablenken.

 

Mit welchen Herausforderungen müssen sich europäische Länder derzeit in Bezug auf Mobilität und Infrastruktur auseinandersetzen?

Mit dem derzeit stattfindenden Wandel in der Mobilitätsindustrie gehen natürlich auch große Herausforderungen einher. Das reicht von der Etablierung technischer Standards oder Normen bis zu einem etablierten Rechtsrahmen oder gemeinsamen Infrastrukturprojekten. Das werden wir mit Sicherheit großartig meistern, vor allem auch weil sehr viel bereits großartig funktioniert.

 

In welche Richtung wird sich das Mobilitätsverhalten in Zukunft verändern?

Die große Herausforderung wird darin bestehen, dass Mobilität leistbar, individuell und zugleich für alle zugänglich ist.

 

Was können Verkehrsunternehmen (ÖPNV, Eisenbahn) schon heute tun um den öffentlichen Verkehr für nachfolgende Generationen attraktiver zu gestalten?

Bei der Eisenbahn ist gerade bei diesem Thema schon sehr viel auf Schiene! Da sind die Weichen aus unserer Sicht schon Richtung Zukunft gestellt worden.

 

Wie können Verbände und Verkehrsverbünde dabei unterstützen die nachhaltige Mobilitätswende voranzubringen?

Verkehrsverbünde beinhalten im Grunde bereits multimodale Mobilität. Wenn ich Bus- und Bahnanbieter und vielleicht auch Mietwägen kombiniere, ergibt das sehr spannende Ansätze, die sich in Richtung Nachhaltigkeit optimieren lassen. Die Digitalisierung ist dabei ein wesentliches Werkzeug, wenn es zum Beispiel ums Thema Ticketing geht!

 

Wie sieht ihr persönliches Mobilitätsverhalten aus? Haben Sie sich im Rahmen der Klimaziele auch persönliche Ziele gesetzt?

Nachhaltigkeit ist auch für mich persönlich ein wichtiges Thema, auf das ich viel Wert lege. Wichtig ist mir zum Beispiel auch die Verwendung regionaler Produkte – so lässt sich der CO2 Footprint relativ effektiv verkleinern.

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