Ende der Übergangsfrist
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Bettina Lamprecht

ECM Verordnung 2019/779: jetzt wird’s ernst

Beitrag vom 7. Juni 2022

Die neue ECM Verordnung (ECM (EU) 2019/779) trat mit Juni 2020 in Kraft. Den Unternehmen wurde im Zuge dessen eine Übergangsfrist geboten, die nun allerdings mit 16. Juni 2022 endet. Bereits über 700 Unternehmen haben sich seitdem zertifizieren lassen, oder haben ihre Zertifizierung erneuert oder geändert. (Quelle: Eradis – European Railway Agency Database of Interoperability and Safety).

Das Ziel der ECM Verordnung ist es, die Qualität, Transparenz und Nachweisbarkeit im Schienenverkehr zu garantieren, so auch die geregelte und verordnungskonforme Instandhaltung von rollendem Material. Daher müssen nach Ablauf der Übergangsfrist mit Mitte Juni 2022 alle ECM Stellen zertifiziert sein. Fahrzeuge ohne gültige ECM-Zertifizierung werden folglich aus dem Fahrzeugregister entfernt und Instandhaltungsfunktionen ohne anerkannte VO (EU) 2019/779-Konformitätsbescheinigung dürfen ihre Tätigkeit als solche nicht mehr weiter ausführen.

Eine ECM-Zertifizierung ist erforderlich für:

  • Eisenbahnverkehrsunternehmen
  • Eisenbahninfrastrukturunternehmen
  • Halter:innen von Schienenfahrzeugen, die die Funktion einer ECM wahrnehmen
  • Lieferanten von Schienenfahrzeugkomponenten

 

Die ECM-Verordnung sieht ein zweistufiges Evaluierungsverfahren vor. Im Stufe 1 Audit wird die Relevanz der erforderlichen Dokumente gemäß den Zertifizierungsanforderungen aus der ECM-Verordnung Anhang II überprüft. Das Stufe 2 Audit geht speziell auf das eingeführte Instandhaltungsmanagementsystem ein und inspiziert die ausgewählten Prozesse.

Zertifizierungsstelle RCC – Railway Competence and Certification

Die Railway Competence and Certification GmbH ist eine unabhängige akkreditierte Stelle für das Eisenbahnsystem in der Europäischen Union, welche die Auditierungen und Zertifizierungen von Instandhaltungsorganisationen vornimmt. Im Webinar „Digitalization in an ECM driven environment“ vom April 2021 – Teil der Webinarserie RailVoice – hat der Geschäftsführer der RCC, Alexander Schimanofsky, den Zertifizierungsprozess zum ECM-Verfahren vorgestellt und gezeigt, was Unternehmen für eine erfolgreiche Auditierung benötigen.

“Eine effiziente Planung, Vorbereitung und Dokumentation der Schienenfahrzeuginstandhaltung ist neben der fachlich/technischen Kompetenz eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Tätigkeit als ECM und/oder als Instandhaltungsbetrieb und in weiterer Folge für einen sicheren Betrieb des Systems Bahn.“ – so Alexander Schimanofsky.

CEO RCC

ECM-konforme Softwarelösung von BOOM – Die Instandhaltungslösung für die Rollen ECM 2 bis ECM 4

Die BOOM Rail Solutions wurden speziell für die internationale Bahnindustrie entwickelt und basieren auf den Anforderungen der ECM-Verordnung. Damit sind die modularen Standardsoftwareprodukte der BOOM Rail Solutions die ersten Lösungen auf dem Markt, welche die ECM-Verordnung in ihrem Kern berücksichtigen. Das Produktportfolio unterstützt ECM 2-, ECM 3- und ECM 4-Verantwortliche bei der Einhaltung der ECM-Richtlinien. Die Lösung wurde aus der Praxis heraus in Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen der Bahnindustrie entwickelt, was sich in der Benutzerfreundlichkeit und Praxistauglichkeit der Produkte widerspiegelt.

Es gehört zu den Aufgaben der BOOM-Bahnexperten, sich mit den Normen und Richtlinien im internationalen Bahnumfeld auseinanderzusetzen, auf deren Basis die Bahnlösungen entstehen und die Kunden optimal bedient werden können.

Mehr zu den ECM-konformen Lösungen von BOOM Software finden Sie hier.

LOCMASTA: Best Practice in der Instandhaltungserbringungsfunktion

Ein Vorzeigebeispiel im Bereich der Instandhaltungserbringungsfunktion ist die Lokomotivwerkstatt  LOCMASTA – ein Joint Venture aus ÖBB, ELL, und ETL. Zwei Jahre nach der Gründung erhielt die moderne Drive-In Werkstatt Anfang April das ECM 4-Zertifikat und ist seit 20. Mai offiziell in Betrieb. Am Shopfloor wird mit der Softwarelösung „Rail Workshop“ von BOOM gearbeitet und so die ordnungsgemäße operative Instandhaltung gemäß VO (ECM) 2019/779 sichergestellt. LOCMASTA hat gemeinsam mit BOOM Software auf Basis der Standardsoftware eine für sie 100% ECM-konforme Softwarelösung entwickelt, die gleichzeitig auch die Usability im Werkstattalltag verbessert.

Geschäftsführer Armin Wohlfahrter und Prokurist Thomas Kollnig haben in einem Interview über die Herausforderungen in Bezug auf die ECM-Verordnung gesprochen und wie sie den Zertifizierungsprozess erlebt haben. Das Interview zum Nachlesen gibt es hier: Problemlos zur lückenlosen, ECM-konformen Dokumentation mit BOOM Rail Solutions.

ECM-Konformität in Ihrem Unternehmen

Wünschen Sie weitere Auskünfte zur ECM-Verordnung und wie unsere Softwarelösungen Sie dabei unterstützen können, nach Norm zu arbeiten? Dann kontaktierten Sie unsere ECM-Experten (railexperts@boomsoftware.com) und lassen Sie sich Ihre Möglichkeiten in einem kostenlosen Beratungsgespräch aufzeigen.

Robert Zeller - Produktmanagement
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ECM Verordnung 2019/779: jetzt wird’s ernst
Beitrag vom 7. Juni 2022

Die neue ECM Verordnung (ECM (EU) 2019/779) trat mit Juni 2020 in Kraft. Den Unternehmen wurde im Zuge dessen eine Übergangsfrist geboten, die nun allerdings mit 16. Juni 2022 endet. Bereits über 700 Unternehmen haben sich seitdem zertifizieren lassen, oder haben ihre Zertifizierung erneuert oder geändert.

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Problemlos zur lückenlosen, ECM-konformen Dokumentation mit BOOM Rail Solutions
Beitrag vom 17. Mai 2022

Die neue, moderne Lokomotivwerkstatt LOCMASTA in Gramatneusiedl hat am 8. April 2022 das ECM-Zertifikat für die Instandhaltungserbringerfunktion ECM 4 erhalten und steht nun vor der offiziellen Inbetriebnahme. Im Interview verraten sie, welchen Herausforderungen sich ein "Newcomer" im ECM-Zertifizierungsprozess stellen muss und wie sie diese durch die Digitalisierung meistern.

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Deutliche Entlastung im ECM-Bereich mit Boom Rail Solutions
Beitrag vom 25. Oktober 2021

Innofreight Solutions GmbH entwickelt kundenspezifische, innovative Waggons, Container und Entladesysteme für Transportunternehmen auf Schiene. Rund 2.000 InnoWaggons und mehr als 15.000 Container sind europaweit im Einsatz. Teils werden diese an Kunden verkauft, oder auch vermietet. Die Einhaltung der ECM-Verordnung muss aber in beiden Fällen garantiert sein.

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